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Lizenzen

Concurrent User oder Named User: Welches ERP-Lizenzmodell passt?

Bei ERP-Lizenzen entscheidet nicht nur der Preis je Lizenz, sondern vor allem, was gezählt wird: jede Person mit Zugang oder nur, wer gerade angemeldet ist. Wie sich Named User und Concurrent User unterscheiden, wie Sie Ihren Bedarf ermitteln und worauf Sie im Vertrag achten sollten.

„Je Benutzer und Monat“ steht in fast jedem ERP-Angebot. Was ein Benutzer ist, steht dort seltener. Genau davon hängt aber ab, wie viele Lizenzen ein Betrieb braucht – und damit ein großer Teil der laufenden Kosten. Für Fertigungsbetriebe mit Schichtarbeit, Terminals in der Halle und vielen Gelegenheitsnutzern ist die Frage besonders wichtig: Dieselbe Belegschaft kann je nach Lizenzmodell sehr unterschiedlich viele Lizenzen bedeuten.

Die Lizenzmodelle im Überblick

Modell Was gezählt wird Passt zu
Named User (benannter Benutzer) jede Person mit eigenem Zugang kleinen, festen Teams, die den ganzen Tag im System arbeiten
Concurrent User (gleichzeitiger Benutzer) die Personen, die zur selben Zeit angemeldet sind Schichtbetrieb, Terminals, vielen Gelegenheitsnutzern
Gerätelizenz jeder Rechner oder jedes Terminal, unabhängig davon, wer es bedient festen Arbeitsplätzen, die sich mehrere Personen teilen
Modullizenz das Nutzungsrecht je Bereich, meist kombiniert mit einem der Modelle oben Betrieben, die schrittweise ausbauen

Manche Anbieter unterscheiden außerdem zwischen vollwertigen und eingeschränkten Benutzern mit unterschiedlichen Preisen. Andere kombinieren die Modelle, etwa benannte Lizenzen für das Büro und Gerätelizenzen für die Halle.

Named User: jede Person zählt

Beim Named-User-Modell ist jede Lizenz fest einer Person zugeordnet. Wer einen eigenen Zugang hat, braucht eine Lizenz – unabhängig davon, ob er acht Stunden am Tag im System arbeitet oder einmal in der Woche eine Buchung macht.

Das Modell hat Vorteile: Es ist leicht zu verstehen, jede berechtigte Person kommt jederzeit ins System, und die Kosten sind gut planbar. In einem kleinen Büro, in dem fünf Menschen den ganzen Tag mit dem ERP arbeiten, ist es oft die einfachste Wahl.

Teuer wird es bei Menschen, die das System nur gelegentlich brauchen: der Schichtführer, der zweimal am Tag Aufträge freigibt, die Aushilfe im Lager, die Wareneingänge bucht, oder die Geschäftsleitung, die einmal in der Woche Kennzahlen ansieht. Jede dieser Personen kostet so viel wie ein Vollzeitnutzer. Dazu kommt die Frage, was mit einer Lizenz passiert, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Klären Sie vorab, ob und wie oft sich eine benannte Lizenz einer anderen Person zuordnen lässt.

Concurrent User: gezählt wird, wer gerade arbeitet

Beim Concurrent-User-Modell legt die Lizenz fest, wie viele Personen die Software gleichzeitig nutzen dürfen. Wer das ist, spielt keine Rolle. Mit zehn gleichzeitigen Lizenzen können also auch dreißig Mitarbeiter arbeiten – nur nie mehr als zehn zur selben Zeit. Andere Namen für dieses Modell sind Floating-Lizenz oder Netzwerklizenz.

Technisch zählt ein Lizenzserver oder die Software selbst die offenen Sitzungen. Sind alle Lizenzen belegt, muss der nächste Nutzer warten, bis jemand anderes seine Sitzung beendet.

Für Fertigungsbetriebe passt das Modell oft besser zur Wirklichkeit: Früh- und Spätschicht teilen sich dieselben Lizenzen, Gelegenheitsnutzer belegen nur dann eine Lizenz, wenn sie angemeldet sind, und neue Mitarbeiter bekommen einen Zugang, ohne dass eine weitere Lizenz fällig wird.

Der Preis je Lizenz ist dabei nicht das entscheidende Maß. Ob eine gleichzeitige Lizenz mehr kostet als eine benannte, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Vergleichen sollten Sie immer die Summe über alle Lizenzen, die Sie tatsächlich brauchen.

Rechenbeispiel: Fertigungsbetrieb mit zwei Schichten

Ein Betrieb mit 64 Menschen, die mit dem ERP arbeiten: 14 in Büro und Arbeitsvorbereitung, 6 in Lager, Versand und Qualitätssicherung, 4 Schichtführer und 40 Mitarbeiter in der Fertigung, die in zwei Schichten an acht Terminals ihre Aufträge zurückmelden. Die Terminals bleiben den ganzen Tag angemeldet; wer bucht, scannt dort nur Auftrag und Personalnummer.

Wie viele Sitzungen gleichzeitig offen sind, zeigt der Tagesverlauf:

Gruppe Personen oder Geräte 10 Uhr 14 Uhr (Schichtwechsel) 20 Uhr
Büro und Arbeitsvorbereitung 14 12 11 0
Lager, Versand, Qualität 6 5 5 1
Schichtführer 4 2 4 2
Terminals in der Halle 8 8 8 8
Gleichzeitig angemeldet 27 28 11

Der Spitzenwert liegt beim Schichtwechsel, wenn sich beide Schichtführungen überschneiden. Mit einer kleinen Reserve reichen 30 gleichzeitige Lizenzen. Im Vergleich:

Modell Benötigte Lizenzen
Named User, jeder Fertigungsmitarbeiter mit eigenem Zugang 64
Named User, Terminals als Gerätelizenz 24 Personen und 8 Terminals
Concurrent User, Spitzenwert plus Reserve 30

Welche Variante günstiger ist, entscheidet am Ende der Preis je Lizenz. Eine einfache Rechnung hilft: Teilen Sie die Zahl der benannten Lizenzen durch die Zahl der gleichzeitigen. Im ersten Fall ergibt das 64 ÷ 30, also rund 2,1. Gleichzeitige Lizenzen lohnen sich hier, solange eine davon weniger als gut das Doppelte einer benannten kostet. Zählt der Anbieter die Terminals dagegen als Geräte, stehen bei gleichem Preis je Lizenz 32 gegen 30 Lizenzen – der Vorteil ist fast aufgebraucht.

Das Beispiel zeigt: Wie Terminals gezählt werden, kann wichtiger sein als das Lizenzmodell selbst.

So ermitteln Sie Ihren Bedarf

  1. Nutzergruppen auflisten. Büro, Arbeitsvorbereitung, Halle, Lager, Qualität, Geschäftsleitung, Aushilfen – und für jede Gruppe, ob sie mit eigenem Zugang oder über ein Terminal arbeitet.
  2. Den Tagesverlauf aufnehmen. Anmeldeprotokolle des bisherigen Systems, Schichtpläne und Buchungszeiten zeigen, wer wann arbeitet. Wo keine Daten vorliegen, hilft eine Strichliste über zwei Wochen.
  3. Spitzen suchen. Typisch sind der Schichtwechsel, der Monatsabschluss, die Inventur und Tage mit vielen Eilaufträgen.
  4. Dauerläufer mitzählen. Terminals, Leitstandbildschirme und Maschinenarbeitsplätze, die den ganzen Tag angemeldet sind, belegen durchgehend je eine Lizenz.
  5. Reserve und Wachstum einplanen. Eine kleine Reserve verhindert Wartezeiten an Spitzentagen. Planen Sie außerdem ein, welche Bereiche in den nächsten Jahren dazukommen sollen.

Worauf Sie im Vertrag achten sollten

Die wichtigsten Fragen stehen selten im Preisblatt, sondern in den Lizenzbedingungen:

  • Was genau zählt? Die Person, das Gerät oder die offene Sitzung? Belegt jemand, der an zwei Rechnern angemeldet ist, eine Lizenz oder zwei?
  • Wie werden Terminals gezählt? Als normale Sitzung, als eigene Terminal- oder Gerätelizenz – oder braucht jeder, der dort bucht, eine eigene Lizenz?
  • Wann wird ein Platz frei? Nach einem Absturz oder vergessenen Abmelden sollte eine Sitzung nach kurzer Zeit von selbst freigegeben werden. Fragen Sie auch, ob die Administration zeigt, wer gerade angemeldet ist.
  • Gelten Module für alle? Manche Anbieter lizenzieren Module je Benutzer. Dann kostet es extra, wenn mehr Menschen eine Funktion nutzen sollen.
  • Indirekte Nutzung: Manche Verträge werten Zugriffe über Schnittstellen – etwa von einem Webshop, einer Zeiterfassung oder einer anderen Software – als eigene, lizenzpflichtige Nutzung. Klären Sie das, bevor Sie die erste Schnittstelle bauen.
  • Wie wird geprüft? Über einen Lizenzserver des Herstellers im Internet, lokal oder gar nicht? Was geschieht, wenn die Verbindung ausfällt? Und darf der Hersteller die Nutzung in einem Lizenzaudit kontrollieren?
  • Wie flexibel ist die Anpassung? Wie schnell lassen sich Lizenzen aufstocken oder reduzieren, und was geschieht mit den Daten eines abbestellten Moduls?

Welches Modell passt zu Ihrem Betrieb?

Named User passt, wenn wenige Menschen den ganzen Tag im System arbeiten, die Zahl der Nutzer lange stabil bleibt und jeder jederzeit ohne Wartezeit hineinkommen muss.

Concurrent User passt, wenn im Schichtbetrieb gearbeitet wird, Terminals in der Halle stehen, viele Menschen das System nur kurz nutzen oder die Belegschaft schwankt, etwa durch Aushilfen und Saisonkräfte.

Als Faustregel gilt: Je größer der Abstand zwischen der Zahl der Benutzerkonten und der Zahl der gleichzeitig angemeldeten Personen, desto eher lohnen sich gleichzeitige Lizenzen. Wie groß dieser Abstand bei Ihnen ist, zeigt nur eine ehrliche Zählung – nicht die Schätzung im Verkaufsgespräch.

Lizenzen nach gleichzeitigen Sitzungen mit POM

POM wird nach gleichzeitigen Sitzungen lizenziert. Das Modell stammt aus einem Fertigungsbetrieb, in dem Schichtarbeit und Terminals Alltag sind:

  • Sitzungen statt Konten: Sie wählen eine Stufe bis 5, 10, 20, 50 oder 100 gleichzeitige Sitzungen, darüber gibt es ein Angebot auf Anfrage. Benutzerkonten legen Sie so viele an, wie Sie brauchen. Die Beträge je Stufe stehen offen auf der Preisseite.
  • Personen und Terminals zählen gleich: Gezählt wird jede offene Sitzung. Wer an zwei Rechnern angemeldet ist, belegt zwei; ein dauerhaft geöffnetes Terminal von POM BDE belegt eine – egal, wie viele Mitarbeiter dort buchen.
  • Geprüft wird bei der Anmeldung: Ist die Stufe ausgeschöpft, wird die nächste Anmeldung abgewiesen; niemand verliert mitten in der Arbeit seine Sitzung. Eine Sitzung ohne Lebenszeichen gibt POM nach 15 Minuten von selbst frei.
  • Module für die ganze Stufe: Ein gebuchtes Modul gilt für alle Sitzungen. Wer welches Modul nutzen darf, regeln Rollen und Rechte.
  • Lizenz ohne Lizenzserver: Die Lizenzdatei wird lokal gegen eine digitale Signatur geprüft. POM braucht dafür keinen Internetzugang und kontaktiert keinen Server – mehr dazu unter Architektur und Sicherheit.
  • Anpassen ohne Neuinstallation: Ändern sich Stufe oder Module, erhalten Sie eine neue Lizenzdatei und aktivieren sie auf Ihrem Server; alle Arbeitsplätze übernehmen sie ohne Neuinstallation. Ein abgewähltes Modul nimmt Funktionen weg, nie Daten.
  • Grundpreis plus Module: POM Core und POM Planning bilden den Grundpreis, 20 weitere Module buchen Sie einzeln dazu. Pakete sind Rabattangebote, keine Pflicht. 30 Tage können Sie alle Module im eigenen Betrieb testen – ohne Vertrag.

Dieser Artikel gibt einen Überblick und ersetzt keine rechtliche Prüfung Ihrer Lizenzverträge.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was ist eine Concurrent User Lizenz?

Eine Concurrent User Lizenz, auf Deutsch Lizenz für gleichzeitige Benutzer, legt fest, wie viele Personen eine Software zur selben Zeit nutzen dürfen. Wer das ist, spielt keine Rolle. Mit zehn solchen Lizenzen können also auch dreißig Mitarbeiter arbeiten, solange nie mehr als zehn gleichzeitig angemeldet sind. Andere Namen dafür sind Floating-Lizenz oder Netzwerklizenz.

Was ist der Unterschied zwischen Named User und Concurrent User?

Bei Named User braucht jede Person mit eigenem Zugang eine Lizenz, auch wenn sie das System nur selten nutzt. Bei Concurrent User zählt nur, wie viele Personen gleichzeitig angemeldet sind. Named User passt zu kleinen, festen Teams, die den ganzen Tag im System arbeiten. Concurrent User passt, wenn viele Menschen das System kurz oder in verschiedenen Schichten nutzen.

Wie viele gleichzeitige Lizenzen braucht ein Betrieb?

So viele, wie in der stärksten Stunde gleichzeitig angemeldet sind, nicht so viele, wie es Mitarbeiter gibt. Ermitteln Sie diesen Spitzenwert über den Tagesverlauf, rechnen Sie Terminals mit, die den ganzen Tag laufen, und achten Sie auf den Schichtwechsel, an dem sich zwei Schichten überschneiden. Eine kleine Reserve verhindert, dass an Spitzentagen jemand warten muss.

Was passiert, wenn alle Lizenzen belegt sind?

In der Regel wird die nächste Anmeldung abgewiesen, bis eine Sitzung frei wird. Wer bereits arbeitet, arbeitet weiter. Wichtig ist deshalb, wie schnell ein Platz nach einem Absturz oder einem vergessenen Abmelden wieder frei wird und ob die Administration zeigt, wer gerade angemeldet ist. Beides sollten Sie vor dem Kauf klären.

Wie wird POM lizenziert?

POM wird nach gleichzeitigen Sitzungen lizenziert, in Stufen bis 5, 10, 20, 50 und 100 Sitzungen, darüber auf Anfrage. Benutzerkonten sind unbegrenzt. Gezählt werden Personen und Terminals, die POM gerade verwenden. Die Lizenzdatei wird auf Ihrem Server gegen eine digitale Signatur geprüft, ohne Lizenzserver und ohne Internetzugang. Die Preise je Stufe stehen offen auf der Preisseite.

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