Glossar
Glossar: Fachbegriffe aus ERP, PPS und Fertigung
Von 8D-Report bis ZUGFeRD: 50 Begriffe, die in Fertigungsbetrieben jeden Tag fallen – aus Planung, Fertigung, Qualität, Einkauf und Buchhaltung. Jeder Eintrag erklärt in wenigen Sätzen, was gemeint ist, und verweist auf ausführlichere Seiten, wo es sie gibt.
Wer Software für einen Fertigungsbetrieb auswählt, einführt oder täglich nutzt, begegnet vielen Abkürzungen und Fachwörtern. Manche stammen aus der Betriebswirtschaft, andere aus der Arbeitswirtschaft, der Qualitätssicherung oder dem Steuerrecht – und nicht jeder Anbieter meint mit demselben Wort dasselbe. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe in alphabetischer Reihenfolge. Wo es auf dieser Website einen ausführlicheren Artikel gibt, ist er am Ende des Eintrags verlinkt.
0–9
8D-Report
Der 8D-Report ist ein standardisierter Bericht zur Lösung von Qualitätsproblemen, meist nach einer Kundenreklamation. Er führt in acht Disziplinen (D1 bis D8) vom Team über Problembeschreibung, Sofortmaßnahmen und Ursachenanalyse bis zu dauerhaften Abstellmaßnahmen und dem Abschluss. Die Methode stammt aus der Automobilindustrie, wird aber längst auch in anderen Branchen verlangt. In POM Complaints hängt der 8D-Report direkt an der Reklamation und lässt sich drucken. Mehr dazu: 8D-Report erstellen.
A
Akkordlohn
Beim Akkordlohn richtet sich der Verdienst nach der erbrachten Menge statt nach der Anwesenheit. Beim Geldakkord gibt es einen festen Betrag je Stück, beim Zeitakkord erhält jedes Stück eine Vorgabezeit, und die erarbeiteten Vorgabeminuten werden mit einem Minutenfaktor bezahlt. Für Arbeitnehmer muss die Vergütung auch im Akkord für die geleisteten Stunden mindestens den gesetzlichen Mindestlohn erreichen – 13,90 Euro je Stunde seit dem 1. Januar 2026 und 14,60 Euro ab dem 1. Januar 2027. Mehr dazu: Akkordlohn berechnen.
Arbeitsgang
Ein Arbeitsgang ist ein einzelner Bearbeitungsschritt bei der Herstellung eines Teils, etwa Ablängen, Bohren, Montieren oder Prüfen, ausgeführt an einem bestimmten Arbeitsplatz oder einer Maschine. Zu jedem Arbeitsgang gehören Vorgabezeiten für Rüsten und Ausführung; die Arbeitsgänge eines Teils stehen in seinem Arbeitsplan. Rückmeldungen aus der Fertigung werden in der Regel je Arbeitsgang gebucht – in POM BDE schaltet ein fertig gemeldeter Arbeitsgang den nächsten frei.
Arbeitsplan
Der Arbeitsplan beschreibt, wie ein Teil hergestellt wird: welche Arbeitsgänge in welcher Reihenfolge an welchen Arbeitsplätzen anfallen, mit welchen Betriebsmitteln und Vorgabezeiten. Zusammen mit der Stückliste, die festlegt, woraus ein Teil besteht, bildet er die wichtigste Stammdatengrundlage der Fertigung. Aus dem Arbeitsplan leiten Planung und Kalkulation ab, wie viel Kapazität ein Auftrag bindet und was er kostet.
Auftragsfertigung
Bei der Auftragsfertigung wird erst produziert, wenn ein Kundenauftrag vorliegt – im Gegensatz zur Lagerfertigung, die auf Vorrat für einen erwarteten Bedarf fertigt. Typisch sind Einzelstücke, Kleinserien und kundenspezifische Varianten, bei denen Liefertermin und Kalkulation je Auftrag über das Ergebnis entscheiden. Als Auftragsfertiger bezeichnen sich außerdem Betriebe, die Teile nach Zeichnung und Vorgaben ihrer Kunden herstellen.
B
BDE
BDE steht für Betriebsdatenerfassung: Mitarbeiter melden an Terminals in der Fertigung, an welchem Auftrag und Arbeitsgang sie wie lange gearbeitet und wie viel sie gefertigt haben, oft per Barcode. Aus diesen Buchungen entstehen Ist-Zeiten, Mengen und Ausschuss je Auftrag – die Grundlage für einen aktuellen Plan, eine belastbare Nachkalkulation und Kennzahlen wie die OEE. Mit POM BDE buchen Mitarbeiter Start, Stopp und Menge am Terminal, und jede Buchung landet am Arbeitsgang.
Belegkette
Die Belegkette verbindet alle Belege eines Geschäftsvorfalls: im Verkauf etwa Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferschein und Rechnung, im Einkauf Bestellung, Wareneingang und Eingangsrechnung. Jeder Beleg entsteht aus dem vorigen, Positionen und Preise werden übernommen statt abgetippt, und jede Rechnung lässt sich bis zum Angebot zurückverfolgen. Im Einkauf ermöglicht sie die Drei-Wege-Prüfung, bei der Bestellung, gelieferte Menge und Rechnung abgeglichen werden. POM Warenwirtschaft führt die Belegkette in beide Richtungen – jede Position kennt ihren Vorgängerbeleg.
C
CAQ
CAQ steht für Computer Aided Quality, also rechnergestützte Qualitätssicherung. Gemeint ist Software für Aufgaben wie Prüfplanung, Messwerterfassung, Prüfmittelverwaltung, Erstmusterprüfung und Reklamationsmanagement – oft ein eigenes Programm neben ERP und MES. In POM verteilen sich diese Aufgaben auf eigene Module: Erstmusterfreigabe und Qualifikationsmatrix in POM Quality, Prüfpläne und Messwerte in POM Inspection, Reklamationen mit 8D-Report in POM Complaints.
Charge
Eine Charge ist eine Menge eines Materials oder Produkts, die unter gleichen Bedingungen hergestellt oder gemeinsam geliefert wurde und deshalb dieselben Eigenschaften hat. Sie wird mit einer Chargennummer gekennzeichnet, bei Zukaufteilen oft ergänzt um die Charge des Herstellers. Anders als eine Seriennummer bezeichnet eine Charge nicht ein einzelnes Teil, sondern eine Menge.
Chargenrückverfolgung
Die Chargenrückverfolgung beantwortet zwei Fragen: Welche Chargen stecken in einem Auftrag oder Produkt – und wohin ist eine bestimmte Charge gegangen? Im Rückruffall zeigt sie, welche Aufträge, Sendungen und Kunden betroffen sind, statt dass jemand tagelang Lieferscheine auswertet. Voraussetzung ist, dass jede Verarbeitung einer Charge gebucht wird, vom Wareneingang bis zum Versand. POM Traceability verfolgt Chargen vom Wareneingang über die Fertigung bis zur Sendung, vorwärts und rückwärts. Mehr dazu: Chargenrückverfolgung.
Cloud-ERP
Ein Cloud-ERP betreibt der Anbieter in seinem Rechenzentrum; die Nutzer greifen über das Internet zu, meist im Browser. Abgerechnet wird in der Regel als Abonnement, Betrieb und Updates übernimmt der Anbieter. Dafür liegen die Daten außer Haus, und ohne Internetverbindung lässt sich meist nicht arbeiten. Das Gegenstück ist On-Premise, der Betrieb auf dem eigenen Server. Mehr dazu: ERP On-Premise oder Cloud?
Concurrent User
Bei einer Concurrent-User-Lizenz, auf Deutsch Lizenz für gleichzeitige Benutzer, zählt nur, wie viele Personen zur selben Zeit angemeldet sind – nicht, wie viele einen Zugang haben. Das Gegenmodell ist die Named-User-Lizenz, bei der jede Person mit eigenem Zugang eine Lizenz braucht, auch wenn sie das System nur selten nutzt. In Betrieben mit Schichtarbeit, Terminals und vielen Gelegenheitsnutzern braucht man mit gleichzeitigen Lizenzen oft deutlich weniger Lizenzen. POM wird nach gleichzeitigen Sitzungen lizenziert, Benutzerkonten sind unbegrenzt. Mehr dazu: Concurrent User oder Named User?
Crimp-Standard
Crimpen verbindet einen Kontakt mit einer Leitung durch plastisches Verformen, ohne Löten. Ein Crimp-Standard hält fest, wie eine bestimmte Kombination aus Kontakt, Leitung und gegebenenfalls Abdichtung gecrimpt wird: mit welchem Werkzeug und mit welchen Werten, etwa für Crimphöhe, Abzugskraft und Abisolierlänge. So wird Rüstwissen, das sonst in Köpfen und Ordnern steckt, wiederholbar. POM MES führt Crimp-Standards als Katalog mit wiederholbarem CSV-Import und ist heute für die Kabelkonfektion ausgelegt. Mehr dazu: POM in der Kabelkonfektion.
CRM
CRM steht für Customer Relationship Management, die Pflege der Kundenbeziehungen. Ein CRM sammelt, was ein Unternehmen über Kunden und Interessenten weiß: Anfragen, Gespräche, Angebote, Ansprechpartner und die ganze Historie. In Fertigungsbetrieben ist vor allem der Übergang wichtig – aus der Anfrage muss ohne Abtippen ein Angebot werden und daraus ein Auftrag. In POM übernimmt POM Sales diese Aufgabe. Mehr dazu: ERP, PPS, MES und CRM im Vergleich.
D
DATEV-Schnittstelle
Viele Steuerberatungskanzleien in Deutschland arbeiten mit Programmen der DATEV eG. Eine DATEV-Schnittstelle übergibt Buchungssätze und Stammdaten aus der eigenen Buchhaltung oder dem ERP in einem Dateiformat, das die Kanzlei direkt einlesen kann – statt Belege zu kopieren und neu zu erfassen. Für den Export werden einmal die Beraternummer der Kanzlei und die Mandantennummer des Unternehmens hinterlegt. POM Accounting erzeugt Buchungsstapel je Geschäftsjahr und Periode und kann DATEV-Dateien auch einlesen.
Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit ist die Zeitspanne vom Start bis zum Abschluss eines Auftrags oder Arbeitsgangs. Sie setzt sich aus Bearbeitungs-, Rüst-, Transport- und Liegezeiten zusammen; in Betrieben mit vielen Aufträgen machen die Liegezeiten, in denen ein Auftrag auf die nächste Station wartet, häufig den größten Teil aus. Kürzere Durchlaufzeiten senken den Bestand an unfertigen Erzeugnissen und machen Liefertermine verlässlicher.
E
EN 16931
EN 16931 ist die europäische Norm für die elektronische Rechnungsstellung. Sie legt ein semantisches Datenmodell fest – welche Angaben eine E-Rechnung enthält und was sie bedeuten – und nennt die zulässigen XML-Syntaxen UBL und UN/CEFACT CII. Entstanden ist sie auf Grundlage der EU-Richtlinie 2014/55/EU über elektronische Rechnungen bei öffentlichen Aufträgen. Formate wie XRechnung und ZUGFeRD bauen auf ihr auf.
E-Rechnung
Eine E-Rechnung ist nach § 14 Umsatzsteuergesetz eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das eine elektronische Verarbeitung ermöglicht und in der Regel der Norm EN 16931 entspricht. Eine PDF-Datei ohne eingebettete Daten ist deshalb keine E-Rechnung, sondern eine sonstige Rechnung. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen müssen sie Unternehmen für Umsätze an andere inländische Unternehmen ab dem 1. Januar 2027, wenn ihr Vorjahresumsatz über 800.000 Euro lag, und ab dem 1. Januar 2028 alle. Mehr dazu: E-Rechnungspflicht 2025 bis 2028.
ERP
ERP steht für Enterprise Resource Planning, die Planung der Ressourcen eines Unternehmens. Gemeint ist vor allem die kaufmännische Seite: Angebote, Aufträge, Einkauf, Lager, Rechnungen und Buchhaltung, verbunden über eine gemeinsame Datenbank und eine durchgehende Belegkette. Für Fertigungsbetriebe kommen Stücklisten, Kalkulation und die Verbindung zu Planung und Fertigung dazu. Mehr dazu: ERP für Fertigungsbetriebe und ERP, PPS, MES und CRM im Vergleich.
Erstmusterprüfung
Bei der Erstmusterprüfung werden die ersten Teile, die mit Serienwerkzeugen und unter Serienbedingungen entstanden sind, vollständig gegen Zeichnung und Spezifikation geprüft. Das Ergebnis hält ein Erstmusterprüfbericht fest; häufig muss der Kunde das Erstmuster freigeben, bevor die Serie anlaufen darf. In der Automobilindustrie beschreiben der VDA-Band 2 (Produktionsprozess- und Produktfreigabe, PPF) und das PPAP-Verfahren den Ablauf. In POM Quality gibt es keine Erstmusterfreigabe ohne hinterlegtes Nachweisdokument, und bis zur Freigabe bleibt die Serienproduktion gesperrt.
F
Feinplanung
Die Feinplanung legt kurzfristig fest, welcher Auftrag wann auf welcher Maschine oder an welchem Arbeitsplatz bearbeitet wird – für die nächsten Tage oder Schichten und in genauer Reihenfolge. Sie baut auf der Kapazitätsplanung auf und berücksichtigt aktuelle Ereignisse wie Störungen, Eilaufträge oder fehlendes Material. Software, die dabei begrenzte Kapazitäten und die Verfügbarkeit von Material gleichzeitig berücksichtigt, wird oft als APS bezeichnet, kurz für Advanced Planning and Scheduling. Ein typisches Werkzeug der Feinplanung ist der Leitstand.
G
Gantt-Diagramm
Ein Gantt-Diagramm stellt Aufgaben als Balken auf einer Zeitachse dar; Länge und Lage eines Balkens zeigen Dauer und Termin. Benannt ist es nach dem amerikanischen Ingenieur Henry L. Gantt, der es Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt machte. In der Produktionsplanung ist jeder Auftrag ein Balken und jeder Arbeitsgang ein Abschnitt darin – wer einen Balken verschiebt, sieht die Folgen für Kapazität und Liefertermin. POM Planning plant im Gantt über Arbeitsgänge und Wochen.
GoBD
GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff. Das Schreiben des Bundesfinanzministeriums von 2019, zuletzt am 14. Juli 2025 geändert, beschreibt, wie steuerlich relevante Daten zu führen und aufzubewahren sind: nachvollziehbar, vollständig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar, beschrieben in einer Verfahrensdokumentation. Die Anforderungen gelten auch für Vorsysteme wie ERP oder Warenwirtschaft, soweit sie steuerlich relevante Daten verarbeiten. Ein amtliches GoBD-Zertifikat für Software gibt es nicht; Testate Dritter binden die Finanzverwaltung nicht.
H
Heimarbeit
Heimarbeiter im Sinne des Heimarbeitsgesetzes ist, wer in einer selbst gewählten Arbeitsstätte, meist der eigenen Wohnung, erwerbsmäßig im Auftrag eines Gewerbetreibenden arbeitet und diesem die Verwertung der Ergebnisse überlässt – mit Homeoffice hat der Begriff nichts zu tun. Wer Heimarbeit vergibt, muss unter anderem die erstmalige Ausgabe der zuständigen Behörde mitteilen, Listen der Heimarbeiter führen und für jede Ausgabe und Abnahme von Arbeit Art, Umfang und Entgelt in Entgeltbelegen festhalten. Mindestentgelte können Heimarbeitsausschüsse durch bindende Festsetzungen verbindlich regeln. POM Piecework führt Heimarbeit im selben Modul wie den Akkord, mit eigener Heimarbeitsplanung. Mehr dazu: Heimarbeit abrechnen.
K
Kalkulation
Die Kalkulation ermittelt, was ein Produkt oder Auftrag kostet und zu welchem Preis er angeboten werden kann. Die Vorkalkulation rechnet vor dem Angebot mit geplanten Mengen und Zeiten; verbreitet ist die Zuschlagskalkulation aus Material- und Fertigungskosten, Gemeinkostenzuschlägen und Gewinnaufschlag. Die Nachkalkulation vergleicht nach Abschluss die geplanten mit den tatsächlichen Kosten und zeigt, ob ein Auftrag Geld verdient hat. POM Costing rechnet mit Kalkulationsschemata mit freien Formeln und stellt in der Nachkalkulation den Plan den gebuchten BDE-Stunden gegenüber.
Kapazitätsplanung
Die Kapazitätsplanung stellt den Kapazitätsbedarf der Aufträge – ermittelt aus Arbeitsgängen und Vorgabezeiten – dem verfügbaren Angebot an Arbeitsplätzen, Maschinen und Mitarbeitern gegenüber. Übersteigt der Bedarf das Angebot, wird abgeglichen: Aufträge verschieben, Zusatzschichten einplanen, Arbeit auf andere Arbeitsplätze verlagern oder fremd vergeben. Realistisch wird die Planung erst, wenn Arbeitszeiten, Urlaub und Abwesenheiten eingerechnet sind. POM Planning rechnet mit der Kapazität je Mitarbeiter und Tag, einschließlich Urlaub und Abwesenheit.
L
Leadset
Ein Leadset ist in der Kabelkonfektion eine konfektionierte Einzelleitung: abgelängt, abisoliert und an einem oder beiden Enden mit Kontakten versehen, oft auch mit Abdichtungen. Leadsets werden häufig auf Abläng- und Crimpautomaten gefertigt und sind Vorprodukte für Kabelsätze und Kabelbäume. In POM MES gehören Leadsets neben Leitungen, Kontakten und Abdichtungen zu den Stammdaten der Kabelkonfektion.
Leitstand
Der Leitstand ist die Stelle – heute meist eine Software-Oberfläche –, an der die Fertigung kurzfristig geplant und gesteuert wird. Dort werden Aufträge Maschinen und Arbeitsplätzen zugeordnet, Reihenfolgen festgelegt und der aktuelle Stand verfolgt: was läuft, was wartet, was gestört ist. Der elektronische Leitstand ist ein typischer Bestandteil von PPS- und MES-Systemen. Im Leitstand von POM MES wandern Aufträge vom Pool über verplant zu fix an der Maschine, in rüstoptimierter Reihenfolge. Mehr dazu: MES-Software.
Leitweg-ID
Die Leitweg-ID ist eine Kennung, mit der E-Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland dem richtigen Empfänger zugeordnet werden. Sie besteht aus einer Grobadressierung, einer optionalen Feinadressierung und einer zweistelligen Prüfziffer, getrennt durch Bindestriche. Der Auftraggeber teilt sie mit, etwa in der Bestellung; in einer XRechnung steht sie im Feld für die Käuferreferenz. Für Rechnungen zwischen Unternehmen ist sie nicht erforderlich.
Losgröße
Die Losgröße ist die Menge eines Artikels, die ohne Unterbrechung durch Umrüsten am Stück gefertigt wird. Große Lose verteilen die Rüstzeit auf viele Teile, erhöhen aber Bestände, Kapitalbindung und Durchlaufzeit; kleine Lose sind flexibler, kosten aber mehr Rüstaufwand. Die klassische optimale Losgröße nach Andler wägt Rüst- und Lagerkosten gegeneinander ab. Losgröße 1 steht für Einzelfertigung – und für das Ziel, auch Einzelstücke wirtschaftlich zu fertigen. Mehr dazu: Rüstzeiten reduzieren mit SMED.
M
Mandant
Ein Mandant ist in betrieblicher Software eine in sich abgeschlossene Einheit mit eigenem Datenbestand – meist eine eigene Gesellschaft mit eigener Buchhaltung. Mandantenfähig ist ein System, wenn mehrere Mandanten in einer Installation arbeiten, ohne die Daten der anderen zu sehen. Ein Standort oder Werk ist dagegen meist eine Einheit innerhalb eines Mandanten. POM Enterprise führt mehrere Gesellschaften als Mandanten mit sauber getrennten Datenbeständen in einer Installation auf einem Server.
MDE
MDE steht für Maschinendatenerfassung: Die Maschine meldet Laufzeiten, Stillstände, Stückzahlen und Störungen selbst an ein übergeordnetes System, etwa über Schnittstellen wie OPC UA oder MQTT. Die Daten sind genauer als manuelle Rückmeldungen, die Anbindung der Maschinen kostet aber Aufwand. Im Lager steht MDE außerdem für mobile Datenerfassung mit Handscannern. In POM ist die automatische Anbindung von Maschinendaten in Planung und nicht Teil des heutigen Lieferumfangs; Zeiten und Mengen erfasst heute POM BDE am Terminal.
Meldebestand
Der Meldebestand ist der Lagerbestand, bei dem nachbestellt werden muss, damit die Ware eintrifft, bevor der Sicherheitsbestand angegriffen wird. Er ergibt sich meist aus dem Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsbestand. Unterschreitet der Bestand diese Grenze, erzeugt ein ERP typischerweise einen Bestellvorschlag, den der Einkauf prüft und in eine Bestellung umwandelt. In POM gehört der Meldebestand zum Kern; POM Warenwirtschaft ergänzt Meldebestandsvorschlag und Bestellvorschlag.
MES
MES steht für Manufacturing Execution System, auf Deutsch auch Fertigungsmanagementsystem. Es setzt den Produktionsplan an der Maschine um: Es legt die genaue Reihenfolge fest, gibt Aufträge an die Arbeitsplätze und sammelt die Rückmeldungen; die VDI-Richtlinie 5600 beschreibt seine Aufgaben. Typische Bausteine sind Leitstand, BDE, MDE und Kennzahlen wie die OEE. POM MES ist heute für die Kabelkonfektion ausgelegt. Mehr dazu: MES-Software.
O
OEE
Die OEE (Overall Equipment Effectiveness, Gesamtanlageneffektivität) zeigt, welcher Anteil der geplanten Produktionszeit einer Maschine tatsächlich gute Teile hervorbringt. Sie ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität und macht sichtbar, ob Stillstände, langsamer Lauf oder Ausschuss am meisten Zeit kosten. Verwandt ist die TEEP (Total Effective Equipment Performance), die dieselbe Rechnung auf die gesamte Kalenderzeit bezieht und damit auch ungenutzte Schichten zeigt. POM MES weist die OEE je Maschine mit Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einzeln aus. Mehr dazu: OEE berechnen.
On-Premise
On-Premise heißt, dass eine Software auf eigenen Servern läuft – im eigenen Haus oder in einem selbst gewählten Rechenzentrum – und vom Unternehmen oder seinem IT-Dienstleister betrieben wird. Die Daten bleiben im eigenen Netz, und der laufende Betrieb braucht in der Regel keine Verbindung zum Anbieter; dafür kümmert sich die eigene IT um Server, Datensicherung und Updates. Das Gegenstück sind Cloud-Lösungen wie ein Cloud-ERP. POM läuft On-Premise auf Ihrem Server, und die Lizenz wird lokal geprüft, ohne Lizenzserver. Mehr dazu: ERP On-Premise oder Cloud? und POM-Architektur.
P
PPS
PPS steht für Produktionsplanung und -steuerung. Ein PPS-System verteilt Aufträge über Tage und Wochen auf Arbeitsplätze, Maschinen und Mitarbeiter, prüft Kapazitäten und Abhängigkeiten zwischen Arbeitsgängen und leitet daraus Liefertermine ab. Rückmeldungen aus der Fertigung halten den Plan aktuell. Manche Anbieter rechnen das PPS dem ERP zu, andere dem MES. Mehr dazu: PPS-Software und PPS oder Excel?
Prüfplan
Ein Prüfplan legt fest, was an einem Artikel oder in einem Arbeitsschritt zu prüfen ist: die Merkmale mit Sollwert und Toleranz, das Prüfmittel sowie Umfang und Häufigkeit der Prüfung, etwa als Stichprobe. Er sorgt dafür, dass alle nach denselben Regeln prüfen und die Ergebnisse vergleichbar dokumentiert werden. Ändert sich ein Prüfplan, sollte die alte Fassung erhalten bleiben, damit frühere Nachweise gültig bleiben. POM Inspection führt Prüfpläne mit Versionen je Artikel, je Arbeitsschritt oder als Hausplan und bewertet bei Maßmerkmalen den Messwert gegen die Toleranz.
Q
Qualifikationsmatrix
Eine Qualifikationsmatrix ist eine Tabelle mit den Mitarbeitern in den Zeilen und den Tätigkeiten, Arbeitsschritten oder Maschinen in den Spalten; jede Zelle zeigt, auf welcher Stufe jemand eine Tätigkeit beherrscht. So wird sichtbar, wer wo eingesetzt werden kann, wo Wissen an einer einzigen Person hängt und wer als Nächstes geschult werden sollte. Mit POM Quality oder POM Piecework gepflegt, fließt sie in die Mitarbeiterempfehlung von POM Planning ein. Mehr dazu: Qualifikationsmatrix erstellen.
R
Rahmenbestellung
Mit einer Rahmenbestellung vereinbart ein Unternehmen mit einem Lieferanten eine Gesamtmenge oder einen Gesamtwert für einen bestimmten Zeitraum, meist zu festen Konditionen. Geliefert wird in Teilmengen auf Abruf, wenn der Bedarf entsteht. Das sichert Preise und Verfügbarkeit und senkt den Bestellaufwand, ohne dass die ganze Menge auf Lager liegen muss. In POM Warenwirtschaft gehören Rahmenbestellungen zum Einkauf, neben Preisanfrage, Bestellvorschlag und Bestellung.
Reklamationsmanagement
Das Reklamationsmanagement umfasst die geregelte Bearbeitung von Beanstandungen – von Kunden, gegenüber Lieferanten oder intern. Jede Reklamation wird erfasst, zugeordnet, bearbeitet und dokumentiert: mit Sofortmaßnahmen, Ursachenanalyse, Abstellmaßnahmen und gegebenenfalls Nacharbeit oder Ersatzlieferung. In der Industrie verlangen Kunden dafür oft einen 8D-Report. POM Complaints führt Reklamationen mit Auftrag, Artikel, Dringlichkeit und Status sowie die Historie je Kunde und Artikel. Mehr dazu: 8D-Report erstellen.
Rüstzeit
Die Rüstzeit ist die Zeit, in der eine Maschine oder ein Arbeitsplatz für einen neuen Auftrag vorbereitet und danach wieder in den Ausgangszustand versetzt wird – Werkzeug wechseln, einstellen, Probeteile fertigen. Nach REFA ist sie neben der Ausführungszeit Teil der Auftragszeit und fällt je Auftrag einmal an, unabhängig von der Menge. Für Verbesserungen wird sie oft vom letzten Gutteil des alten bis zum ersten Gutteil des neuen Auftrags gemessen. Mehr dazu: Rüstzeiten reduzieren mit SMED.
S
SKR03/SKR04
SKR03 und SKR04 sind die beiden am weitesten verbreiteten Standardkontenrahmen der DATEV, also Verzeichnisse der Konten, auf denen gebucht wird. Der SKR03 ordnet die Konten nach dem Prozessgliederungsprinzip entlang der betrieblichen Abläufe, der SKR04 nach dem Abschlussgliederungsprinzip in der Reihenfolge von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Beide führen zum selben Jahresabschluss; welcher Kontenrahmen verwendet wird, stimmen Unternehmen meist mit ihrer Steuerberatung ab. POM Accounting bringt SKR03 und SKR04 als Werksvorlage mit.
SMED
SMED steht für Single Minute Exchange of Die, sinngemäß Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich – gemeint ist ein Rüstvorgang von unter zehn Minuten. Die Methode des japanischen Ingenieurs Shigeo Shingo trennt internes Rüsten, das nur bei stehender Maschine möglich ist, von externem Rüsten, das sich erledigen lässt, während die Maschine noch läuft. Kern ist, möglichst viel internes in externes Rüsten zu verwandeln und den Rest zu verkürzen. Mehr dazu: Rüstzeiten reduzieren mit SMED.
Stückliste
Die Stückliste führt alle Baugruppen, Einzelteile und Materialien mit Mengen auf, aus denen ein Erzeugnis besteht. Je nach Zweck gibt es verschiedene Formen, etwa die Strukturstückliste mit allen Ebenen, die Baukastenstückliste mit den direkten Bestandteilen einer Baugruppe und die Mengenübersichtsstückliste mit den Gesamtmengen. Aus Stückliste und Auftragsmenge ergeben sich Materialbedarf, Bestellungen und Materialkosten. Mit POM Warenwirtschaft reservieren offene Aufträge ihren Stücklistenbedarf, und die Fertigmeldung bucht die Komponenten laut Stückliste ab.
T
Termintreue
Die Termintreue gibt an, welcher Anteil der Aufträge oder Lieferungen zum zugesagten Termin geliefert wurde, meist in Prozent je Woche oder Monat. Wichtig ist, vorher festzulegen, ob der ursprünglich bestätigte oder ein später verschobener Termin zählt und welche Abweichung noch als pünktlich gilt. Verwandt ist die Liefertreue, die zusätzlich Menge und Qualität betrachtet; die Begriffe werden allerdings nicht einheitlich verwendet. POM Analytics zeigt die Termintreue mit Trendlinie über Kalenderwochen; die zulässige Abweichung in Tagen legen Sie in den Einstellungen fest.
V
Vorgabezeit
Die Vorgabezeit ist die Soll-Zeit, die für einen Arbeitsablauf bei Normalleistung vorgesehen ist, ermittelt etwa nach REFA, aus Zeitaufnahmen oder aus Erfahrungswerten. Sie setzt sich aus Rüstzeit und Ausführungszeit zusammen, die Ausführungszeit wiederum aus Menge mal Zeit je Einheit. Vorgabezeiten sind die Grundlage für Planung, Kalkulation und Zeitakkord. POM Piecework führt im Akkordpreis-Katalog Vorgabezeit und Euro je Stück nebeneinander. Mehr dazu: Akkordlohn berechnen.
W
Warenwirtschaft
Ein Warenwirtschaftssystem bildet den Waren- und Belegfluss eines Unternehmens ab: Einkauf, Lager und Verkauf, von der Bestellung über den Wareneingang bis zu Lieferschein und Rechnung. Im Handel ist die Warenwirtschaft der Kern der Software, in Fertigungsbetrieben ein Teil des ERP neben Produktion und Buchhaltung. Wichtig ist dort die Verbindung zur Fertigung: Aufträge reservieren Material, Fertigmeldungen buchen Bestände. POM Warenwirtschaft vereint Einkauf, Verkauf und Lager mit einer durchgehenden Belegkette.
X
XRechnung
XRechnung ist der deutsche Standard für E-Rechnungen, eine nationale Ausprägung der Norm EN 16931, betreut von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT). Eine XRechnung ist eine reine XML-Datei in der Syntax UBL oder CII, ohne sichtbares Rechnungsbild – zum Lesen braucht es eine Anzeigesoftware. Seit dem 27. November 2020 müssen Lieferanten des Bundes elektronisch abrechnen, in der Regel als XRechnung mit Leitweg-ID; auch zwischen Unternehmen ist sie eine zulässige E-Rechnung. Eingehende XRechnungen lassen sich schon in POM Core importieren, POM Accounting liest und schreibt XRechnung und ZUGFeRD. Mehr dazu: E-Rechnungspflicht 2025 bis 2028.
Z
ZUGFeRD
ZUGFeRD steht für Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland. Eine ZUGFeRD-Rechnung ist ein hybrides Format: ein PDF/A-3 als lesbares Rechnungsbild mit eingebetteter XML-Datei, die sich maschinell auswerten lässt; seit Version 2 ist das Format mit dem französischen Factur-X abgestimmt. Als E-Rechnung im Sinne der Pflicht gilt ZUGFeRD ab Version 2.0.1, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC-WL. POM Accounting liest und schreibt E-Rechnungen im Format ZUGFeRD und XRechnung. Mehr dazu: E-Rechnungspflicht 2025 bis 2028.
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